
herzlich willkommen zur ersten Ausgabe der Kiezmotte in diesem Jahr, das hoffentlich für Sie erfolgreich gestartet ist. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen die vor uns liegenden Herausforderungen zu gestalten. Seit Anfang des Jahres liegen die Baugenehmigungen für den Neubau im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und den Erweiterungsbau der Kita Bärenkinder in Lichtenberg vor. Damit können wir in naher Zukunft 280 Eltern weitere Betreuungsplätze für ihre Kinder anbieten. Dies ist uns bereits mit der im Februar eröffneten Inhouse-Kita im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz für 15 Kinder unter drei Jahren gelungen. Hauptthema dieser Ausgabe ist deshalb unser Konzept der Inhouse-Kitas, das wir bereits 2008 entwickelt und erfolgreich im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und im Bundesministerium für Arbeit und Soziales in die Praxis umgesetzt haben. Über den Alltag in einer dieser Kitas erfahren Sie mehr im Gespräch mit unserer Mitarbeiterin Heike Nafe.
Der Frühling liegt in der Luft und wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie farbenfrohe und sonnige Ostern. Christian Hubert, Geschäftsführer der Kinder im Kiez GmbH

Der Neubau unserer ersten Kita in Friedrichshain hat endlich begonnen. Nachdem wir die unterschiedlichsten Verfahren wie Interessenbekundung, Ausschreibung, Entwurfsplanung, Zuwegung, Baugenehmigung, Ausführungsplanung u.v.m. hinter uns gebracht haben, rückten am 12. März 2012 nun endlich die Bagger an. Wenn alles gut geht, können wir im Frühjahr 2013 an der Frankfurter Allee ein neues Haus für 180 Kinder eröffnen. Über die weitere Entwicklung auf unserer Baustelle halten wir Sie selbstverständlich auf dem Laufenden.

Am 26. Januar besuchten 20 Heilerziehungspfleger/-innen, die in der Berliner Elisabeth Schule eine Zusatzausbildung zum/zur Facherzieher/-in Integration absolvieren, unsere Kita Wolkenreise in Hohenschönhausen. Gemeinsam mit ihrer Dozentin Maren Henkel informierten sie sich über die Arbeit unseres Trägers und besichtigten während eines gemeinsamen Rundgangs die Kita Wolkenreise. Themen waren u.a. Integration, Kitakonzeption, Arbeitsgebiete und -bedingungen.

Vor vier Jahren startete Kinder im Kiez das erste Modellprojekt mit Kindern unter drei Jahren. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend entwickelten wir ein Konzept, das den Mitarbeitern und ihren Kindern eine liebevolle und qualifizierte Betreuung, aber auch eine gute Erreichbarkeit und flexible Öffnungszeiten bot. Diese Wünsche konnten wir erfüllen, sodass auch andere Ministerien davon profitieren wollten. Im Oktober 2010 eröffneten wir den Inhouse-Kindergarten im Bundesministerium für Arbeit und Soziales für weitere zwölf Kinder. Und seit einigen Wochen ist Kinderlachen auch in den eigens gestalteten Räumen im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zu hören. Koordiniert wird die Betreuung von der Leitung der Kita Französische Straße. Mit Leiterin Katrin Stöckel sprachen wir darüber, wie alles begann und welche Vorteile alle Beteiligten davon haben.
Ziel war es, modellhaft eine alternative Lösung der Kinderbetreuung anzubieten, die im besonderen Maße die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördert. Es gab sehr viele unterschiedliche Herausforderungen, da wir den gleichen qualitativ hohen Anspruch an die kleinen Kitas wie an alle unseren Kitas hatten. Das heißt, ein hohes Maß an Flexibilität, keine Schließzeiten oder eine ausgewogene Ernährung. Durch die frühe Beratung und Teilhabe im Entstehungsprozess sowie die enge Zusammenarbeit des Trägers und des Teams mit den Verantwortlichen der Ministerien gelingt dies sehr gut. Inzwischen ist es aufgrund der umfangreichen Erfahrungen sehr viel einfacher, die Strukturen zu schaffen und die Kitas organisatorisch wie auch inhaltlich zu gestalten. Dennoch wird es immer wieder neue Herausforderungen sowohl für das jeweilige pädagogische Team, den Träger als auch die Ministerien geben. Wir freuen uns darauf, die Idee weiterzuentwickeln und auch zukünftig durch dieses nachhaltige Betreuungsangebot Mitarbeiterinnen die flexible Rückkehr ins Berufsleben zu ermöglichen.
Die Gruppen sind sehr viel kleiner. Zwei bis drei Erzieherinnen betreuen ausschließlich Kinder bis zu drei Jahren. So haben die Kinder feste Bezugspersonen, was ja vor allem für die Kleinen sehr wichtig ist. Das war auch eine Herausforderung: Was passiert, wenn eine Erzieherin ausfällt? Wir arbeiten mit festem Vertretungspersonal, sodass sich niemand um die Kinder kümmert, der ihnen fremd ist. Die Erzieherinnen arbeiten sehr viel eigenverantwortlicher und sind mehr auf sich allein gestellt. Es besteht ein größerer Abstimmungsbedarf zwischen Erziehern, Eltern und dem Ministerium. Und für manche Aufgaben müssen innovative, kreative Lösungen gefunden werden.
Konzeptionell lehnen sich die Kitas an das Konzept der Kita Französische Straße an. Der Schwerpunkt besteht in der Arbeit mit den Bildungs- und Lerngeschichten. Die Tage sind nicht aufgeschlüsselt in Musik, Sprache oder Malen, sondern wir verknüpfen die Bildungsbereiche hin zu einem ganzheitlichen Lernen. Die Themen werden von den Kindern selbst entwickelt. Wir beobachten die Kinder und schauen, wo ihre Interessen liegen, und greifen diese dann in den Projektthemen auf.
Die Inhouse-Kitas bieten den Eltern durch ihre Nähe zum Arbeitsplatz eine exklusive Situation. Mütter können während der Arbeitszeit in den Pausen zum Stillen kommen. Dadurch, dass sie ihr Kind mit zur Arbeit bringen können und das Kind dort gut betreut wird, können sie früh wieder in den Beruf zurückkehren. Für die Ministerien sind die Inhouse-Kitas auf jeden Fall ein Gewinn, weil sie den Mitarbeiterinnen auch einen Betreuungsplatz für ihre Kinder anbieten können. Und das ist gerade für gut ausgebildetes Personal inzwischen wichtiger, als mehr Geld zu verdienen. Denn auch die Ministerien sind natürlich bestrebt, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Das ist das Spannende an dem Inhouse-Kita Konzept, das wir hier etwas Neues ausprobiert haben mit einem hohen Maß an Flexibilität und neuen Gestaltungsspielräumen. Aber das Wichtigste ist die Qualität der Betreuung, mit der sich alle und vor allem die Kinder wohlfühlen.

Heike Nafe arbeitet als Erzieherin in der Inhouse-Kita des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Nach dem Fachabitur für Sozialwesen absolvierte die 27-jährige Berlinerin die Ausbildung zur Erzieherin am Pestalozzi-Fröbel-Haus. Seit 2007 bereichert sie die Arbeit von Kinder im Kiez mit ihrer Begeisterung und ruhigen Art. Schon als Jugendliche hat sie sich gern mit Kindern beschäftigt und war begeistert von deren Neugier, ihrer Freude und Lust am Lernen.
Gestern haben wir den Kindern eine Kiste mit Klammern hingestellt und ihnen gezeigt, was sie mit ihnen alles machen können. Wir haben eine Wäscheleine geholt und mit den Klammern die Wäsche aufgehängt. Die kleineren Kinder sind unter der Leine durchgekrabbelt und die Größeren haben versucht, darüberzusteigen oder auch die Sachen aufzuhängen. Unsere Aufgabe ist es, die Kinder dabei zu beobachten und ihre Lernerfahrungen zu dokumentieren. Wir achten zudem darauf, immer alle Kinder altersentsprechend zu integrieren. Das sind offene Angebote, an denen die Kinder teilnehmen, aber natürlich auch wieder etwas anderes machen können.
Wir sehen die Eltern jeden Tag und können sie in den Kitaalltag einbeziehen. Bei Fragen können wir sie direkt ansprechen. Oder wenn sie ihre Kinder abholen, dann setzen sich die Eltern auch mal mit in den Gruppenraum und lesen ein Buch mit ihnen. Das ist ganz harmonisch und macht Spaß. Wenn wir im Sommer raus in den Innenhof gehen, haben wir auch ein wenig Kontakt mit anderen Mitarbeitern. Dann öffnen sich so langsam die Fenster und alle gucken raus und finden es niedlich und freuen sich.
Ich singe sehr gern mit den Kindern. Und ich habe angefangen, mir selbst das Gitarrespielen beizubringen. Jetzt setze ich mich öfter mit den Kindern hin, singe und spiele dazu Gitarre. Besonders wenn sie ganz unruhig sind. Dann kommen sie nach und nach dazu, setzen sich in den Kreis und hören erst mal zu, sind total entspannt, zufrieden und ruhig. Ich finde es ganz toll, was das bei den Kindern bewirkt. Und dann geht es auch mit anderen Dingen entspannt weiter. Das macht alles ruhiger und schöner.

Das Umfeld der Kita ist geprägt durch Eigenheime, Mehrfamilienhäuser und Kleingärten. Wir befinden uns am Rand von Berlin und die meisten unserer Kinder kommen hier aus Französisch Buchholz. Als 1998 das Wohngebiet errichtet wurde, gehörten auch soziale Einrichtungen dazu. Wir waren die vierte Kita, die hier eröffnet hatte und bis zum Tag der Eröffnung hatten wir nur acht Wochen Zeit. Mit 75 Kindern gingen wir an den Start und heute betreuen wir ca. 110 Kinder, weil die Nachfrage nach Kita-Plätzen auch hier sehr groß ist. Das Haus ist zweistöckig gegliedert, in dem sich auf zwei Etagen vier Gruppenräume und ein Aktionsraum befinden. Diese sind alle miteinander verbunden und können flexibel genutzt werden. Unser Schwerpunkt liegt in der kreativen Arbeit mit den Kindern. Zusätzlich können sie Angebote wie Sport, frühmusikalische Erziehung, Töpfern und Tischlern nutzen. Seit 2005 gehören wir zu der Kinder im Kiez GmbH. Durch die Unterstützung des Trägers haben wir die Möglichkeit, unsere Kinder durch entsprechende Facherzieher für Integration, Sprache und frühkindliche Bildung zu fördern. Momentan sind wir in der Erprobungsphase mit den Bildungs- und Lerngeschichten. Der Schwerpunkt in der kommenden Zeit liegt in der Vorbereitung der Eltern auf dieses Thema. Wir werden die Eingewöhnungsphase für unsere Kleinen neu gestalten. Ab Mai bieten wir den neuen Kindern und ihren Eltern den Besuch einer Krabbelgruppe an. Auch überdenken wir die Zusammenarbeit mit den Schulen vor Ort. Hier kommt es auf den fachlichen Informationsaustausch und die gemeinsame Vorbereitung der Kinder und Eltern auf den Übergang in die Schule an. Es ist also ganz viel in Bewegung. Sabine Neitzel, Kitaleitung

In der Geschichte geht es um ein kleines, aber entzückendes Wesen, das so ganz anders ist als die anderen Tiere. Eigentlich ist es gar kein Tier, es ist einfach IRGENDWIE ANDERS. Es lebt allein, hoch oben auf einem Berg. Die ANDEREN wollen nicht mit ihm spielen, weil das Wesen anders aussieht, andere Sachen isst und alles einfach ganz anders macht. Doch eines Tages klingelt es an seiner Tür. Es ist ETWAS und dieses ETWAS ist schon ziemlich komisch, nämlich auch irgendwie ganz anders! ETWAS versucht, IRGENDWIE ANDERS mit vielen Beispielen zu erklären, dass sie eigentlich GLEICH sind. Aber erst nachdem es das ETWAS in die dunkle Nacht zurückgeschickt hat, erkennt IRGENDWIE ANDERS ihre Gemeinsamkeiten und sie werden doch noch Freunde.
Auch Kinder kennen Orte oder Situationen, in denen sie sich merkwürdig fühlen und nur schwer Anschluss finden. Zum Beispiel während der ersten Tage in einer neuen Kita. Die Kinder schauen, was Andere machen, versuchen sich ihnen anzupassen und nach einiger Zeit finden sie jemanden, mit dem sie sich gut verstehen und der es ihnen erleichtert, neue Dinge zu bewältigen. Dieses Buch hilft besonders im Kitaalltag den Kindern zu verstehen, dass jeder Mensch anders ist. Es fällt ihnen leicht, sich mit IRGENDWIE ANDERS zu identifizieren, da jeder von uns Situationen kennt, in denen wir gerade niemanden zum Spielen, zum Reden oder Zusammensein haben. IRGENDWIE ANDERS Ein Kinderbuch über Freundschaft und Toleranz von Kathryn Cave, illustriert von Chris Riddell, Oetinger Verlag, empfohlen von Sarah Hänsch, Kita Erieseering
Herausgeber: Kinder im Kiez GmbH, Geschäftsführer:
Christian Hubert, Kopernikusstraße 23, 10245 Berlin, Telefon: 347476161, www.kinder-im-kiez.de, Redaktion: Anja Karrasch,
Damir Steko, redaktion@kinder-im-kiez.de, Fotografie: Tanja Schnitzler und Mirko Zander, Gestaltung: www.bildmitte.de